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Stillstreik erkennen

Wie erkenne ich einen Stillstreik, und wie soll ich damit umgehen?

Allgemeines

Wenn ein Kind eine oder beide Brüste verweigert, kann es sich um (beginnendes) Abstillen handeln, oder aber um einen Stillstreik. Kein Kind und keine Mutter ist anatomisch ganz symmetrisch, dadurch hat jedes Stillpaar eine mehr oder weniger auffällige Lieblingsseite. Meist wird an der anderen Seite auch gestillt, manchmal fällt es nicht einmal auf, daß da ein Unterschied besteht.

Wenn das Kind unter einem Jahr alt ist und es ablehnt, an einer oder beiden Brüsten zu trinken, dabei aber unglücklich, angespannt oder frustriert wirkt, liegt wahrscheinlich ein Stillstreik vor.
Wenn sie diese Anzeichen an ihrem Kind finden, bitte ich sie Kontakt zu einer Stillberaterin aufzunehmen. Es sind derart viele verschiedene Ursachen möglich, die unterschiedlich angegangen werden, daß ihnen am besten durch einen direkten Kontakt geholfen werden kann.

Prinzipiell ist es für die Gesundheit der Mutter notwendig, daß beide Brüste regelmäßig geleert werde. Selbst wenn das Kind mit einer Brust ausreichend ernährt werden kann, ist der Seitenwechsel beim Stillen für die sensomotorische Entwicklung des Kindes wichtig.

Mögliche Ursachen

Ein verstopftes Näschen behindert die Atmung des Kindes derart, daß es nicht mehr trinken kann. Zwei Tropfen Muttermilch in jedes verstopfte Nasenloch reinigt, und der “Streik” ist sofort überwunden. Ein Stillstreik kann auch Ausdruck familiärer Spannungen sein, wenn die Mutter zwischen die Fronten unterschiedlicher Bedürfnisse der Familienmitglieder gerät. In diesem Fall ist der Vater gefordert, mitzuhelfen, daß berechtigte Wünsche in der Familie nicht gegeneinander ausgespielt werden. Auch Geburtsspannungen oder eine Saugverwirrung können Ursachen sein. Manchmal mag das Baby eine Geschmacksveränderung der Milch nicht – was bei manchen Krankheiten, nach exzessivem Sport, bei Medikamenteneinnahmen, bei selten verwendeten Gewürzen, beim Wechsel des Deodorants oder beim Einsetzen der Menstruation vorkommen kann. Die Geruchskulisse ist manchen Babys wichtig. Achten Sie darauf, daß Sie nach “Mama” riechen und schmecken. Ein Stillstreik kann sich aus einer Überforderung des Kindes ergeben, wenn es zum Bespiel mit einem sehr starken Milchspendereflex oder übervollen Brüsten nicht zurecht kommt. Eine Stillberaterin kann Ihnen verschiedene Stillpositionen zeigen, damit das Kind mit dieser Situation besser zurecht kommt. Mancher Streik ist eine erlernte Reaktion, wenn das Kind zum Beispiel beim Impfen zum ruhig halten an der Brust lag. Dann muß ein neues Vertrauensverhältnis in der Stillbeziehung geschaffen werde. Jedes Unwohlsein wie Zahnen oder ein Entwicklungsschub, kann dem Kind die Ruhe zum Stillen rauben, dann häufig liebevoll anbieten, im Halbschlaf oder Schlaf stillen und verschiedene Stillpositionen durchprobieren. Vielleicht möchte ein aufgeregtes Baby gebündelt werden. Es gibt viele verschiedene Dinge, die sie wieder zu einem glücklichen Team machen können, der Besuch einer Stillgruppe und der Austausch mit den Frauen dort könnte im Anschluß an die Hilfe durch eine Stillberaterin hinaus langfristig wirken.

Lassen Sie sich durch einen Stillstreik nicht entmutigen, da weder das Kind noch Sie die Stillzeit beenden wollen. Mit viel Geduld und Ausdauer Ihrerseits, wird Ihr Baby sicher wieder an der Brust trinken.